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Stufe für Stufe

 Mit einer Depression, die man überwinden will, verhält es sich ungefähr so:

Es ist ein bisschen so, wie wenn Kinder lernen, die Treppen zu gehen. Man steht unten vor der ersten Stufe und blickt hoch. Man sieht all die Stufen die es zu bewältigen gilt um oben anzukommen. Und das macht einem fürchterliche Angst. Wie soll man diese vielen Stufen nur bewältigen? Wie soll man so hoch kommen? 

In meiner Therapie lerne ich, dass genau dieser Ansatz der Falsche ist. Nämlich das Ganze zu sehen. Ich wollte und will teilweise immer noch alle Stufen auf einmal nehmen und sehe nur, wie viele Stufen es noch zu nehmen gilt. 

Aber man muss jede Stufe einzeln betrachten. Nur die eine, erste  Stufe vor einem. Die Hand ans Geländer nehmen und den ersten Fuß langsam auf die erste Stufe setzen. Wenn man den Halt spürt, den eine Steintreppe geben kann, dann setzt man den zweiten Fuß ebenfalls auf die erste Stufe, neben den ersten Fuß. An dieser Stelle sollte man sich bewusst werden, dass man steht und Halt hat. Wenn man sich sicher fühlt dann den ersten Fuß auf die nächste Stufe setzen und den zweiten Fuß nachziehen, Halt finden, sich stabilisieren.

Stufe für Stufe erklimmen. Ganz langsam, so wie man es braucht. Manchmal geht es schneller, manchmal ist es schwerer, so wären die Stufen unterschiedlich hoch und die höheren benötigen mehr Kraft.

Zwischendurch zurück gucken und sehen, wie viele Stufen schon geschafft sind. Egal ob eine, drei oder zehn. Respektieren, dass man diese Stufen schon geschafft hat. Nicht dagegen, wie viele Stufen man noch vor sich hat. Sondern nur die einzelne Stufen vor einem.

Es mag sein, dass man ins Stolpern gerät, eine oder mehr Stufen zurück fällt. Weil es einfach zu früh war, man noch nicht bereit war oder die Stufe rutschig, nicht sicher war. Jetzt sollte man nicht verzweifeln. Sondern dies zur Kenntnis nehmen, sich wieder stabilisieren und dann, wenn man bereit ist, wieder eine Stufe nehmen. Man es ja schon einmal geschafft weiter zu kommen, das ist also durchaus zu schaffen.

Auch passiert es, dass man übermütig werden kann und gleich zwei Stufen aufeinmal nimmt. Manchmal schafft man es sich dann zu stabilisieren. Manchmal rutscht man aber auch ab. Weil man noch nicht bereit war, weil es manchmal besser ist, die einzelnen Stufen zu gehen statt zwei auf einmal. Auch hier sollte man nicht verzweifeln. Auch wenn man abgerutscht ist, war man schon mal an dieser Stufe. Sie ist nicht unerreichbar.

Zwischendurch und im besten Fall hat man an der anderen Hand, die nicht das Geländer festhält, eine andere Hand eines nahestehenden Menschen oder auch eines Therapeuten, der einen ein bisschen stützt und hilft, die einzelnen Stufen zu meistern. Der auch zeigt, was man schon geschafft hat, auffängt, wo man stolpert und ermutigt weiter zu machen.

 

Ich lerne zur Zeit sehr gut, solche Vergleiche anzuwenden, um anderen ein bisschen verständlich zu machen, wie es Depressiven geht, wie es mir als Depressive geht, auch wenn man das nicht pauschalisieren kann. Aussenstehende, die erstmals mit einer Depressions-Kranken zu tun haben, verstehen diese Krankheit und das Handeln des Erkrankten häufig nicht oder nur schwer.  Ich, als Erkrankte, verstehe diese Krankheit auch nicht immer. Aber Vergleiche wie diese helfen irgendwie....

23.6.15 09:49
 
Letzte Einträge: Depressionen, Im Loch, Halbjahr


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