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Depressionen

 Lang ist es her, dass ich von mir habe Meldung gegeben. Ich glaube, dass lag im Großen und Ganzen an meiner ignoranten und desinteressierten Art während meiner längeren, depressiven Phase.

Aber was sind depressive Phasen? Ich weiß es. Etwas, was ich nicht mehr haben will. Es ist schwer Depressionen zu beschreiben und es insbesondere denjenigen, die dieses Gefühl nicht kennen, begreiflich zu machen. Ohne sie zu verletzen oder anzugreifen. Ich glaube auch, dass es da starke Unterschiede von Mensch zu Mensch gibt. Bei mir kann ich Begriffe wie Desinteresse, Taubheit, Leere nennen. Verlorenheit. Einsamkeit. Traurigkeit! Erschöpfung und Müdigkeit. Lustlosigkeit...

Es war nicht schön. Es war nicht schön, auf Abstand zu allem und jeden zu gehen. Ich war gereizt, so gereizt, dass ich jedes nettgemeinte Wort, das man hätte falsch verstehen können, auch definitiv falsch verstanden habe und in die Luft gegangen bin. Gleichzeitig war ich aber so ausgelaugt, dass ich morgens kaum aufstehen konnte, keine Ahnung hatte, wie ich den Tag überstehe und so erschöpft und traurig war, dass mir die Tränen schon morgens im Gesicht standen. Jeder Kommentar konnte zu viel sein.  Ich wollte nur ins Bett, nur schlafen, nur den Dusel im TV sehen und wieder schlafen. Meine Ruhe, kein Lärm, keine Gespräche. Ich wollte nicht reden. Wie kann man denn auch Gefühle wie diese in Worte fassen? Wie soll ich beschreiben, was los ist, wenn ich es nicht weiß.

Ich habe meinem Mitbewohner neulich versucht es so zu erklären. Ich habe mich abends in etwa so erschöpft und ausgelaugt gefühlt, wie wenn man scheiße geschlafen hat, die Arbeit stressig war, Chef, Kollegen, Kunden etc. alle genervt drauf waren, Sonderwünsche hatten und du dir einen Anpfiff nach dem anderen eingeholt hast. Das Wetter ist scheiße und es ist einfach ein insgesamt echt beschissener Tag, sodass du abends nach Hause kommen, dich vor den Fernseher schmeißen und deine absolute Ruhe haben willst. So in etwa fühlt es sich an. Nur das ich morgens aufgestanden bin, arbeiten war, nichts vorgefallen, nichts passiert ist, alles ganz normal war. Aber mir das schon zu viel war, so wie bei anderen ein echt beschissener Tag...Und nicht einmal diese Beschreibung trifft es ganz.

Ich wollte mich wirklich verstecken. Es ging mir so schlecht, dass mein Therapeut mit mir über eine Medikamentation sprach. Etwas zur Unterstützung, dass ich nicht mehr so übertrieben sensibel (das sind meine Worte für das was er meinte) auf Kleinigkeiten reagiere. Ich habe dabei immer das Gefühl, man betäubt sich damit oder fällt wieder in ein Loch, wenn man es absetzt, so als würde man sich selbst etwas vormachen. Wir diskutierten zwei Stunden darüber. Jedesmal schickte er mich heim, es mir zu überlegen ohne mich zu drängen.

Und dann, keine Ahnung wieso, ging es mir auf einmal besser. Ich dachte erst, es wäre einfach ein guter Tag, so wie ich es zwischendurch immer hatte. Ein Tag, wo ich einfach mal das tun konnte, was ich wollte und es einfach ging. Daraus wurden zwei Tage, drei, vier... eine Woche etc. Es hielt an. Einfach so. Ich bekam wieder Farbe im Gesicht, habe mich wieder selbst im Spiegel erkannt. Die guten Tage überwogten die weniger guten und ich konnte guten Gewissens sagen es geht mir gut - ohne Tabletten. Und dennoch hatte ich die ganze Zeit die Sorge, die dunkle Phase käme wieder. Begründet....

 

18.5.15 13:51
 
Letzte Einträge: Im Loch, Stufe für Stufe, Halbjahr


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