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Taub

Es ist kein wahres auf und ab, denn auf, komme ich selten. Letzte Woche war eine gute Woche. Wirklich gut. Ich fühlte mich fit, war fit, sah gesünder aus, hatte Energie und ich konnte guten Gewissens sagen "Mir geht es gut". Ich habe mir nicht den Kopf zerbrochen über alles mögliche. Ich konnte morgens bequem aufstehen und abends müde ins Bett fallen und einschlummern. Ich habe geredet und ich habe gelacht. Mir ging es einfach gut.

Und dann kommt Sonntagabend und es ist wieder wie zuvor. Abends ist mir die Welt wieder zu viel. Lieber ausschalten, abschalten und Ruhe haben. Ich wollte nicht reden, wollte keine Nähe, keine Distanz aber insgesamt war es mir einfach egal. Das hielt auch bis Dienstag an und Dienstag ging es dann wieder etwas. Geoff hat sich Sorgen gemacht, wollte wissen, was los ist. Aber wie erklärt man etwas, was man nicht erklären kann? Ich hab einfach gesagt, dass ich nicht reden will und alles okay ist. Richtig realisiert habe ich das nicht, erst als mir anfing die Nähe zu fehlen. Er hatte außerdem die Sorge, dass er was falsches gesagt hat oder was falsch gemacht hat. Hat er aber nicht. Er bietet mir an, mir Freiraum zu geben und eine Nacht zuhause zu schlafen. Aber das will ich gar nicht. Die Vorstellung, dass er abends dann nicht kommt, dass er nicht da ist, finde ich furchtbar.

Es gibt Tage, wie heute, da will ich nur noch schlafen. Ich will nicht reden, ich will auch sonst nichts, außer schlafen. Decke über den Kopf und alles ausschalten. Abends nach dem Essen, zu dem Geoff mich immer bewegt, ins Bett, die Serien gucken und dann einschlummern. Es gibt Momente, da könnte ich einfach heulen, auch heute. Gründe gibt es dafür oft nicht. Es ist einfach ein Gefühl.

Gleichzeitig fühlt sich alles so gleichgültig an. So egal. So taub. Ich bin empfindlich und reizbar. Und ich nerve mich selber. Wie erträgt Geoff das nur? Natürlich denkt er, dass es an ihm liegt, wenn ich mich von jetzt auf gleich vollkommen zurück ziehe. Ich würde nichts anderes denken. Dabei versucht er mich so gut es geht zu unterstützen. Fährt mich überallhin, holt mich ab, geht Einkaufen, kocht an den Abenden, an denen es mir nicht gut geht, bringt mir Tee und Wärmflasche, wenn ich Bedarf habe, nimmt mich in den Arm und sagt "Wir kriegen das wieder hin". Das ist ein schönes Gefühl.

Aber es nervt mich. Ich will dieses Tief nicht. Ich will dieses dauernde Ruhebedürfnis nicht, dieses Gefühl, dass alles zu viel ist. Ich will keine dauernden Bauch-, Kopf- oder Rückenschmerzen, keine Übelkeit. Keine Abgeschlagenkeit, keine Müdigkeit. Keine Gereiztheit, keine Empfindlichkeit. Es soll mir wieder gut gehen. Wie letzte Woche, auch wenn da gelegentlich Rücken- oder Kopfschmerzen waren. Aber es tat einfach gut. Ich hatte das Gefühl zu leben.

Ich hoffe ich tanke ein bisschen Energie in meinem anstehenden Urlaub in zwei Wochen. Mit Geoff geht es erst 4 Tage nach Hamburg, dann 4 Tage an die Nordsee. Nächste Woche legen wir noch einen Saunatag ein. Das wird gut tuen. 

26.2.15 14:24
 
Letzte Einträge: Depressionen, Im Loch, Stufe für Stufe, Halbjahr


bisher 9 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Manfred / Website (26.2.15 18:49)
Erst wenn du dich so annimmst, wie du bist, egal wie du drauf bist, dann wird es dir besser gehen.

Und sag der Liebe deines Lebens, dass du nicht weißt, warum es dir so geht, wie es dir geht, und er nicht schuld dran ist. Dann kann er darauf reagieren. Und wenn es dir dann mal gut geht, dann sag ihm, wie toll du es findest, dass er da ist. Das tut ihm gut.
Nichts im Leben für Selbstverständlich nehmen.

Du bist ein toller Mensch und eine super Persönlichkeit. Lerne dich zu lieben, andere tun es schon.


Wubbek (26.2.15 20:06)
Klingt nach depressiver Verstimmung,ging mir 1995 so.Kopf vollgestopft mit Watte und jedes Wort ist wie ein Schlag mit einem Hammer.Abends ging es besser,schlafen ist der Vorteil sich selbst nicht mehr zu spüren.Niedergeschlagen?Da ist nix mehr,eine Leere und das Gefühl als ob man sich 10 Meter unter Wasser bewegt,so schwer,so anstrengend.Meine Frau hat mich zu einem Nervenklempner getrieben,war gut so!Zuviel Mitleid erzeugt Selbstmitleid-das geht auf Dauer nicht gut,weil es den Parter überlastet.


Exhausted / Website (28.2.15 10:54)
Ich finde ehrlich gesagt auch - nur aus den Beschreibungen heraus -, dass du vielleicht mal darüber nachdenken solltest, zum Arzt zu gehen. Vor allem, wenn du dieses Gefühl oft bzw. (mit wenigen Tagen) dauerhaft hast.

Es ist schön, dass du jemanden hast, der für dich da ist und dich offensichtlich völlig und mit ganzer Hingabe liebt. Und dass du ganz genauso empfindest. Ich sehe nur ein ähnliches Problem wie Wubbek... Soetwas kann irgendwann zu viel für den Partner werden.
Damit will ich keine Angst oder dergleichen machen. Ich meine nur, dass solche Probleme irgendwann zur Einseitigkeit und zur Übeforderung des Partners führen können, wenn man nichts weitermacht und sich irgendwann diesen schlechten Gefühlen hingibt.


Jen / Website (28.2.15 14:31)
Danke für eure Worte!
In Therapie bin ich jetzt bereits seit drei Monaten und eure Theorien bzgl depressiver Stimmung hat mein Therapeut bereits vor einigen Wochen ebenfalls geäußert. Mit meinem liebsten rede ich darüber auch offen soweit ich kann. Aber die angst, dass es ihm irgendwann zu viel wird, habe ich natürlich auch. Mit der Therapie unterstützt er mich voll und ganz!


Exhausted / Website (28.2.15 15:53)
Das ist doch schon mal eine gute Voraussetzung!
Deine Angst ist sicher nicht unbegründet, aber ich denke, dass es auf Dauer entscheidend ist, dass dein Freund sieht, dass du an deinen Problemen arbeitest, dass du dich bemühst... und dass nicht immer nur deine Probleme allein im Vordergrund stehen sondern du umgekehrt es auch manchmal schaffst, für ihn da zu sein.
Ich denke, wenn soetwas gegeben ist, dann kann das funktionieren und dann hält ein Partner, der einen liebt und respektiert, das auch mal aus, wenn es zwischenzeitlich etwas viel ist. Dass er dich in der Therapie unterstützt, zeigt ja schon, dass er voll und ganz hinter dir steht...


Manfred / Website (1.3.15 18:12)
Sorry, wenn ich mich hier nochmal einschalten möchte.

Das klingt so, als wenn sie sich ändern müsse, um ihn bei sich zu behalten. Sie ist auf einem weg sich zu finden und er hat sich in sie verliebt, genau wie sie in ihn. Die depressiven Momente sind völlig in Ordnung, das gehört auch mal dazu, auch über längere Zeit mal.
Nur wenn er dich so nimmt, wie du bist, ist er der Richtige. Wer bitte ist immer guter Laune?

Jen, er liebt dich und du bist auf einem guten Weg. Dein Psychologie wird dir helfen die richtigen Abzweigungen zu nehmen, damit du besser damit leben kannst. Und wenn du es schaffst, mit ihm immer reden zu können, ihm deine Gefühle positiv wie negativ erzählst, dann wird er dir zu Füßen liegen. Auch Ratlosigkeit ist wichtig zu äußern, so ist das Leben. Wenn er weiß, das du ihn liebst und er für dich einen hohen Wert hat, dann wird er dir immer zur Seite stehen. Ihr könntet Gefährten werden, ein eingeschworenes Team.
Aber bitte höre auf dich weniger Wert zu fühlen und weniger liebenswert, nur weil du Depressionen hast.


Jen (1.3.15 21:35)
Na ja, eine Veränderung muss irgendwann schon stattfinden, schon um meinetwegen und damit ich ein leben ohne andauernde Krankheit oder trübe Stimmung führen kann. Aber ich denke schon das ich zumindest für den Augenblick meinen Gefährten gefunden habe, der mich in Guten und schlechten Tagen unterstützt. Er ist für mich da und ich weiß das ich über alles mit ihm reden kann, gut wie schlecht. ES gibt glaube ich keinen Menschen den ich so früh so sehr und so nah an mich herangelassen habe und alles erzählt habe, mit der Therapie zb beim dritten date.
Ich danke euch!


Exhausted / Website (9.3.15 14:37)
Hm ich klink mich hier auch noch mal kurz ein...
Manfred, ich sehe nicht, dass ich etwas geschrieben habe, dass deiner Meinung widersprochen hätte, denn ich sehe es so wie du.
Und ich finde auch nicht, dass man weniger wert ist, nur weil man Depressionen oder eine depressive Verstimmung hat. Es ist trotzdem etwas, an dem man arbeiten sollte. Nicht um liebenswert zu sein oder geliebt zu werden sondern eher aus Liebe zu sich selbst.


Und letztendlich gehört zu jeder funktionierenden Beziehung nun mal dazu, dass es auf Dauer gesehen ein Gleichgewicht gibt und beide Partner viel geben. Ich hab nicht mal gesagt, dass das hier nicht der Fall ist...



Vielleicht habe ich mich einfach missverständlich ausgedrückt. Als ich meinen letzten Kommentar hier geschrieben hatte, schwang da für mich sehr viel Positives mit drin. Ich hoffe, das weißt du, Jen.


Jen / Website (9.3.15 19:53)
Ja, das ist angekommen! Ich danke euch beiden für eure Worte

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